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Wärmepumpe: Warum Du daran einfach nicht vorbei kommst

Angenommen, Du investierst einen Euro:


Würdest Du dann lieber einen, drei oder vier Euro als Zins zurück bekommen? Das sind tatsächlich mögliche Ergebnisse, wenn Du dir richtige (nämlich eine bestimmte alternative) Heiztechnik wählst.


In diesem Artikel lernst Du, wieso Gas von gestern ist und wie Du Deine Heizkosten maximal drücken kannst.

Bevor Du hier eintauchst

Viele denken, daß Heizungstechnologie der wichtigste Hebel zur Heizkostenreduktion ist. Das ist falsch! In Wirklichkeit muß die Heizung etwas ausbügeln, das (salopp formuliert) an anderer Stelle verbockt wurde. Deshalb, falls Du es noch nicht getan hast, lies diesen Artikel zuerst.

Deine Erntemaschine für Umgebungswärme

Das spannende Ding bei Wärmepumpen ist, daß sie scheinbar aus dem 'Nichts' Wärme erzeugen. Viele, die sich noch nicht auskennen, denken zudem, daß sie mit elektrischem Strom heizen. Beides ist - zum Glück - Nonsens.

In Wirklichkeit die Wärmepumpe eine sie eine besondere Art aus der Gattung Erntemaschine: Sie erntet Wärme, die sich irgendwo in unserer Umgebung befindet.

Das ist bei Wärmepumpen immer die zugrundeliegende Idee, ohne Ausnahme. In der Praxis entstehen dadurch zwei untrennbar miteinander verbundene Effekte: auf der einen Seite wird's kälter und auf der anderen Seite wird's wärmer. Immer.

Die kalte Seite der Wärmepumpe

  • Erstmals für die breite Bevölkerung sichtbar wurden Wärmepumpen in Gestalt des Kühlschranks. Den oben verwendet Begriff Umgebung kannst Du hier austauschen gegen Kühlschrank-Innenraum: Konkret wird also im Kühlschrank-Innenraum Wärme geerntet, die sich in der Milch, in der Butter oder in der vor zwei Stunden gekochten Suppe befindet.
  • Als nächstes erfolgt dann eine Kompression der geernteten Wärme. Beim Kühlschrank kannst Du hören, wie er surrt: Das ist der Kompressor, der die Wärme zusammenpresst. Dabei passiert etwas mit der Wärme: im gleichen Maß, wie der Druck steigt, steigt auch die Temperatur. Das ist ein ganz normales physikalisches Phänomen, das hier bewusst angewendet wird, um die geerntete Wärme auf ein höheres Niveau zu pumpen.

    Das kannst Du theoretisch beliebig lange machen: je stärker Du komprimierst, desto höher die Temperatur. Beim Kühlschrank schätze ich, sind es etwa 40°C, auf die hochgepumpt wird. Ja tatsächlich: aus 20°C (so warm war die Suppe am Anfang) werden 40°C - durch Kompression.   
  • Bleibt noch die Frage, wo wird es wärmer? Denn oben hatten wir ja gesagt: auf der einen Seite wird's kälter und auf der anderen Seite wird's wärmer.

    Um das zu beleuchten, werfen wir einen Blick auf die Rückseite des Kühlschranks: Dort befindet sich ein stählernes Gitter, mit ein bißchen Phantasie könntest Du es für einen Heizkörper halten. Und tatsächlich, wenn Du es berührst, merkst Du: Es ist warm! Hier also landet die Wärme aus dem Kühlraum. Und in der Tat: Es ist ein einfacher Mini-Heizkörper, der die gesammelte und komprimierte Wärme an die Umgebung abstrahlt. 

Erprobte Technologie

Dann und wann sagt mal jemand, Wärmepumpen seien keine ausgereifte Technologie. Ich habe bei Wikipedia nachgesehen: Seit 1834 werden Kühlschränke kommerziell vermarktet. Heute bekommst Du natürlich effizientere Technik, aber unter dem Strich ist das physikalische Grundprinzip heutiger Wärmepumpen exakt das gleiche wie damals. Es ist also in jeder Hinsicht ausgereift und sturmerprobt.

Die warme Seite der Wärmepumpe

Dieser Aspekt interessiert Dich vermutlich am stärksten, denn als Bauherr/in bist Du natürlich auf der Suche nach einer energiesparenden und umweltschonenden Heizung. Nun, da bist Du bei der Wärmepumpe goldrichtig. Schauen wir uns zuerst an, was genau eine Heizwärmepumpe eigentlich erntet.

O Sole Mio...

Alle Heiz-Wärmepumpen nutzen eine Energieform, die in unserer Umwelt jederzeit, überall und kostenlos verfügbar ist: Sonnenwärme. Wenn Du jetzt vielleicht an einen hellen, warmen Sommertag mit blauem Himmel und Sonne auf Deiner Haut denkst - das kann ich sehr gut nachvollziehen. Wärmepumpen interessiert aber mehr die indirekte Sonnenwärme, die bereits irgendwo gespeichert ist: aus dieser unsichtbaren Sonnenwärme gewinnen sie etwa 8-12° C – egal, ob die Sonne scheint oder ob es regnet, oder ob es grade hell oder dunkel ist.

  • Unsere liebe Sonne: Solange sie scheint, sendet sie uns unfassbare Mengen an Licht und Wärme - und das kostenlos. Begleiten wir doch einmal einen einzelnen Sonnenstrahl auf seinem Weg zur Erde. Dort angekommen, trifft er zuerst auf...
  • ... die Atmosphäre. Der Sonnenstrahl durchdringt die Atmosphäre und erwärmt dabei die Luft. Übrigens, dezenter Hinweis: Wenn Du an erwärmen denkst, mußt Du keine menschlichen Maßstäbe anlegen. Denn auch, wenn draußen Temperaturen von -5°C herrschen, hat die Sonne ihren Job gemacht. 
  • OK, unser Sonnenstrahl wandert weiter und trifft auf die Erdkruste. Innerhalb derer wird er vollständig absorbiert. Das führt dazu, daß bis zu etwa 100 Meter Tiefe unsere Erde immer noch (!) von der Sonne erwärmt wird. Wäre dort beispielsweise Grundwasser, wäre für die Wassertemperatur ebenfalls Sonnenwärme ursächlich.
  • Vielleicht für Dich ein überraschendes Zwischenergebnis: Egal, von welcher Wärmepumpe Du sprichst - es ist immer Sonnenenergie, die als Energiequelle dient. Allerdings kommt diese entweder in Luft, im Grundwasser oder in der Erdkruste vor, deshalb werden unterschiedliche Erntemethoden angewendet.

Jetzt kommen wir zu einer weiteren spannenden Facette:

Das Geschäftsmodell einer Wärmepumpe

Stell Dir vor, Du kommst in einen Raum, in dem drei Münz-Automaten stehen: Jeder hat einen Einwurfschlitz und ein Ausgabefach. Die erste Maschine ist beschriftet mit 'V', die nächste mit 'L' und die dritte mit einem 'S'. Ein freundlicher Mensch kommt zu Dir, schenkt Dir zehn Ein-Euro-Münzen und ermuntert Dich, die Automaten auszuprobieren:

  • Du gehst zum ersten Automat, beschriftet mit dem Buchstaben 'V'. Nachdem Du einen Euro reingesteckt hast, kommt ein Euro im Ausgabefach raus. Du bist vorsichtig und gehst weiter.
  • Beim nächsten Gerät wirfst Du wieder einen Euro ein, diesmal ist es die L-Version. Dieser Automat spuckt drei Euro aus. Ups, denkst Du, wirfst einen weiteren Euro ein - und er spuckt wieder drei aus! Du beschliesst spontan, den dritten Automaten zu testen...
  • ...es ist der mit dem Buchstaben 'S': Kaum hast Du einen Euro eingeworfen, purzeln unten v-i-e-r muntere Euro ins Ausgabefach. Weltklasse! Einen Euro reinstecken, vier kassieren. Du steckst alle verbleibenden Münzen in den 'S'-Automat, gehst mit 38,-€ nach Hause und lädst Deine/n Partner/in zum Essen ein :-)...

Eine schöne Geschichte, klar. Aber jetzt mal Klartext: Durch eine L- oder S-Wärmepumpe (Auflösung folgt unten) kannst Du gegenüber einer Gasheizung (der V-Automat) Deine Heizkosten drastisch reduzieren: Nämlich um zwei Drittel oder gar drei Viertel – und das ist mein voller Ernst!

Ladies and Gentlemen, darf ich vorstellen:

  • Gasheizung
    Es ist der Automat mit dem Buchstaben V: Das steht für 'Verbrenner', denn eine Gasheizung erzeugt Wärme durch Verbrennung. Es gibt auch noch Öl- und Pelletheizungen, das sind ebenfalls Verbrenner. Insofern ist die Gasheizung hier Platzhalter für alle Verbrenner.

    Eines haben sie alle gemeinsam: Wenn Dein Bedarf an Wärme 100% beträgt, muß Du 100% Brennstoff einkaufen - deshalb das 1:1-Geschäftsmodell. Das Wort Gasheizung beginnt übrigens mit dem Buchstaben G, so wie gestern oder Geisterfahrer. Wer Dir für Dein Neubau-Traumhaus ernsthaft eine Gasheizung anbietet, hat entweder keine Ahnung oder will Dir bewusst etwas anhängen, bei dem Du unter dem Strich kräftig draufzahlst.

    Gasheizung solltest Du aussortieren.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe
    Das ist die mit dem 1:3-Verhältnis. Sie verdreifacht Deinen Einsatz - oder anders formuliert: sie drittelt Deine Heizkosten im Vergleich zu Gas. Eine vernünftige Alternative, wenn Erdwärme nicht geht.

    So funktioniert Wärme-Gewinnungsprozess:
    Luft wird in die Wärmepumpe eingeleitet, darin befindliche Wärme wird ihr entzogen, die Luft wird wieder ausgeleitet.

    Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist meine #2-Empfehlung.
  • Erdwärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe
    Oben, in der Geschichte, bezeichne ich die Erdwärme als Sole-Wasser-Wärmepumpe, um Dir das Lesen ein bißchen spannend zu gestalten. Also, es ist die mit dem Buchstaben S und dem 1:4-Geschäftsmodell: Du steckst einen Euro rein (in Wirklichkeit in Form elektrischer Energie) und die 'Erntemaschine' erhält dadurch so viel Anschub, daß sie Dir vier Teile Sonnenenergie einsammeln und in Form von für Heizungs- und Warmwasser-Wärme auszahlen kann.

    Ass im Ärmel #1: Tiefenbohrung
    Am höchsten sind die Anforderungen an Wärmepumpen im Winter. Während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe dann mit kalter Winterluft arbeiten muss, liefert eine Tiefenbohrung unbegrenzt Energie. Denn ab ca. 80cm Tiefe herrschen im Erdreich konstante Temperaturen, die zusätzlich völlig unabhängig von der Oberflächentemperatur sind. Die Tiefenbohrung macht den Unterschied: die Erdwärmepumpe ist durch sie ca. 40% effizienter ihre Luft-Wasser-Kollegin.

    Ass im Ärmel #2: Fast kostenlose Kühlung
    Im Winter wird Wärme aus der Erde ins Haus transportiert - im Sommer kannst Du den Spieß einfach umdrehen: Die Wärme aus dem Haus wird ins Erdreich gepumpt. Der Clou dabei: der Kompressor bleibt ausgeschaltet, eine winzig kleine Kreiselpumpe mit winzigem Strombedarf erledigt den Kühljob zur Deiner vollsten Zufriedenheit.

    So funktioniert Wärme-Gewinnungsprozess:
    Ein dickwandiges Kunststoffrohr in Form des Buchstaben 'U' wird in ein etwa 100 Meter tiefes Loch (Durchmesser ca. 10cm) eingebaut. Durch das Rohr wird eine Flüssigkeit gepumpt, die auf ihrer 200 Meter langen Hin- und Rückreise vom Erdreich erwärmt wird.
     
    Erdwärmeheizung ist meine klare #1-Empfehlung.      
  • Nochmal zur Erinnerung: Die gewonnene Wärme muß zuerst noch komprimiert werden, bevor sie zur Heizzwecken verwendet werden kann. Das erledigt der Kompressor, der von elektrischem Strom angetrieben wird. 
  • Die Bedeutung von 'Luft-Wasser-Wärmepumpe' oder 'Sole-Wasser-Wärmepumpe' (=Erdwärme)

    Der erste Teil des Namens: 
    besagt, mittels welchen Mediums die Wärme geerntet wird: 'Luft-' oder 'Sole-' (=die Flüssigkeit, die durch das 'U' läuft)

    Der zweite Teil des Namens:
    besagt, mittels welchen Mediums die Wärme im Haus verteilt wird: 'Wasser-' steht dabei für Fußbodenheizung

    Der dritte Teil ist immer 'Wärmepumpe'.

Mach Dich autark

Jetzt ist Dir sicher klar geworden, wie Deine neuen Heizkosten entstehen, obwohl Du gar nichts mehr verbrennst: Du zahlst für den Strom, den der Wärmepumpen-Kompressor verbraucht. Etwa 35,- € sind es bei Erdwärme, etwa 50,- € sind es bei Luft-Wasser-Wärmepumpe - jeweils monatlich.

Wenn Du bei Stromverbrauch automatisch an Photovoltaik denkst, bist Du sogar schon auf der Überholspur in Richtung Zukunft.

Jedenfalls eröffnest Du Dir mit einer Wärmepumpe die Möglichkeit, Deinen Energiebedarf komplett selber zu decken. Noch ein Grund mehr, Verbrennerheizungen vom Platz zu stellen. 

Kosten: Laß Dir nichts vom Pferd erzählen

Oft höre ich, daß die Erdwärme ja super sei, aber die Tiefenbohrung sie so teuer mache. Das stimmt - und stimmt auch wieder nicht. Schau mal hier:

  • Ein hoher Aufpreis für Erdwärme kann ein Zeichen für ein 08/15-gedämmtes Haus sein. Falls noch nicht geschehen, wirf einen Blick auf diesen Artikel, um zu verstehen, wieso Wärmedämmung den Preis für Deine Heizung beeinflusst.
  • Jeder Anbieter kocht sein eigenes Süppchen: So kalkuliert einer vielleicht völlig überteuert, weil er in Wirklichkeit gar kein Interesse hat, Erdwärme zu verkaufen.
  • Unterschiedliche Einkaufskonditionen: Kaufst Du als Unternehmen viele Tiefenbohrungen, hast Du völlig andere Einkaufspreise, als wenn jemand nur dann und wann eine Erdwärme installiert.
  • Fazit: Es gibt nicht nur eine, es gibt mehrere Wahrheiten
    Geh davon aus, daß jeder Anbieter nur über sich spricht - und dabei die Wahrheit sagt. Frage also bei verschiedenen Anbietern nach und lote aus, was Sache ist. Bei mir kostet die Erdwärme unter dem Strich keinen Cent mehr als die Luft-Wasser-Wärmepumpe - rate mal, was fast meine Kunden kaufen?

Zwei Tipps zum Investitionsschutz

  • Aktuell setzten alle namhaften Heizungshersteller auf Heizkörper oder Fußbodenheizung zur Wärmeübertragung. Wenn irgendwann Deine Erdwärme- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe erneuert werden muß, bist Du frei in der Wahl der Ersatztechnologie: An deine vorhandene Fußbodenheizung kannst Du irgendeine Heizung von irgendeiner Firma anschließen, und die Auswahl ist riesig. Hast Du hingegen keine Fußbodenheizung, mußt Du vermutlich irgendwann eine nachrüsten und dazu alle Böden aufreissen...
  • Sei sensibel, wenn ein Anbieter ein bestimmtes System über den grünen Klee lobt. Frag’ doch einfach mal, ob sie auch noch etwas anderes anbieten. Und falls nicht, weißt Du, woher der Wind weht...

Festpreis-Angebot mit Erdwärme?

Wenn Du magst, bekommst Du für Dein Neubau-Traumhaus ein Festpreis-Angebot mit Erdwärme von mir. Auf der Startseite (⟵ anklicken) kannst Du dafür ein Treffen verabreden.

Oder erst mal die "Karriereleiter für Bauherren"?

Wenn Dein Traumhausprojekt noch nicht ganz so weit fortgeschritten ist, Du aber auf jeden Fall am Ball bleiben willst, dann hol Dir meine KARRIERELEITER FÜR BAUHERREN:

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